rinderwahnsinn (bse)


Seit 1985 ist bei Rindern die Krankheit BSE (bovine spongiforme Enzephalopathie, auch Rinderwahnsinn, "mad cow desease" oder "vache folle") bekannt. Die Krankheit wird durch das Verfüttern von Tiermehl verursacht. Tiermehl ist ein rotes Pulver und wird aus Tierkadavern hergestellt. Dazu werden nicht nur Tierabfälle vom Schlachthof, sondern auch Elefanten aus dem Zoo und Versuchstiere aus dem Labor "entsorgt"! Ein Rind wird von BSE infiziert, wenn es nur 0,1 Gramm verseuchtes Fleisch frisst! Rinder sind von Natur aus Veganer und fressen keine anderen Tiere und trinken nur als Kälber Milch.

Wenn ein Rind von BSE befallen ist, verwandelt sich sein Hirn in einen Schwamm. Bald kann es nicht mehr aufrecht stehen und stirbt oder wird vorher geschlachtet. Das Fleisch wird oft trotzdem verkauft, da man am Anfang nicht unbedingt merkt (oder nicht merken will) ob ein Rind an der Krankheit leidet. Die BSE-Erreger oder -Prionen verursachen vCJK (neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit) beim Menschen. Obwohl im Fleisch wenige BSE-Erreger vorhanden sind, kann es beim Schlachten mit Erregern aus dem Hirn oder Rückenmark verseucht werden. Diese Teile dürfen auf keinen Fall gegessen werden, da sie hochinfektiös sind, sie werden allerdings nicht mehr verkauft. Milch gilt zurzeit als sicher, nicht aber Gelatine, die aus Knochen gewonnen wird. Wer an der tödlichen Hirnkrankheit leidet, hat ähnliche Symptome wie das Rind; das Hirn wird schwammartig und wird somit zerstört. Der Kranke wird total handlungsunfähig und stirbt.

Man nimmt an, dass es bis zu 40 Jahren dauern kann, bis die Krankheit ausbricht. In Neuguinea gab es nämlich einen Kannibalenstamm, der bis um 1950 menschliches Hirn ass. Viele Leute erkrankten dort an einer Nervenkrankheit, genannt Kuru. Kuru ist eine Krankheit, die ähnliche Symptome aufweist wie vCJK, nämlich ein Hirn, das schwammartig aufgeweicht ist, und erkrankte Leute, die zittern und torkeln. Doch bei diesem Stamm hat man festgestellt, dass alte Leute 40 Jahre nach dem Verbot der Menschenfresserei noch an Kuru erkrankten.

Viele denken, dass BSE nur in Grossbritannien ein Problem sei. Doch der BSE-Erreger hat die Britischen Inseln längst verlassen. So gehört die Schweiz sowie Frankreich, Deutschland, Belgien, Dänemark, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlanden und Spanien zu den BSE-Risikostaaten. Doch am schlimmsten ist es in Grossbritannien, wo schon 180'000 BSE-Fälle festgestellt wurden. In der Schweiz wurden schon in 360 Tieren BSE nachgewiesen, doppelt so viele wie in Frankreich, wo kürzlich die ersten zwei Menschen an vCJK starben. Die britische Regierung erklärt im November 2000, sie rechne mit bis zu 136'000 vCJK-Toten. Wie lange geht es noch, bis die ersten Leute in der Schweiz an vCJK sterben?

Wer sich vor BSE resp. vCJK schützen will, sollte am besten auf Produkte, die von Rindern stammen, verzichten – und denken Sie daran, dass die Krankheit möglicherweise auch auf andere Tiere übertragbar ist.

Hier gilt also LEBEN LASSEN UND LEBEN!


Quellen: "Der Spiegel" 47/20.11.2000
Verschiedene wissenschafftliche Referenzen können bei Göxel verlangt werden.