wie vegetarisch ist eigentlich schokolade?
hier ein interessanter bericht:
Ob der Spanier Hernando Cortez, der 1519 Mexico eroberte, ahnte, was er da nach Spanien und damit in die alte Welt mitnahm? Sicherlich kannte er den Stellenwert, den die Kakaobohne bei den Indianern Mittel- und Südamerikas hatte: Für eine Handvoll Kakaobohnen konnte man alles kaufen. Ein Kaninchen kostete z.B. 10, ein Sklave 100 «Braune», «Xocolatl», das «herbe Wasser» mit berauschender Wirkung, wurde am Hof Montezumas in goldenen Schalen gereicht.
In Europa wurde die herbschmeckende Schokolade erst salonfähig, als man sie mit über 50% Zucker mischte aber nur an den Fürstenhöfen. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts, als Zucker, Kaffee und Kakao billiger wurden, nahm auch die Bürgerschicht die Statussymbole der Wohlhabenden (Zucker, Kaffee und Kakao) in ihren Speiseplan auf. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert folgten die Industriearbeiter und die ländliche Bevölkerung. Süsses wurde zum stimulierenden Genussmittel. «Offenbar hat das Süsse eine dem Branntwein vergleichbare Funktion zu erfüllen», schreibt ein Zeitgenosse. (1)
Krebs durch Schokolade
Was da aber als Kakao und Schokolade, in flüssiger und fester Form, zu sich genommen wird, hat starke gesundheitsbedenkliche Wirkungen. Schwindel, Herzjagen und Herzerkrankungen, Schlafstörungen, Müdigkeit, Zittern, Unruhe, Überregbarkeit, Kopfschmerzen, Juckreiz, Reizbarkeit, allgemeines Unwohlsein, Anregung des zentralen Nervensystems, euphorische Zustände abwechselnd mit Angst und Depressionen, Allergien, Zuckerkrankheit, Wasseransammlungen im Gewebe, Verdauungsstörungen bis hin zu Kindsmissbildungen aufgrund von genetischen Schäden werden von Koffein und Theobromin verursacht. Letzteres gab auch der Kakaobohne ihren botanischen Namen: Theobroma cacao. Die Oxalsäure hemmt die Kalkaufnahme und führt damit zu Knochenwachstumsstörungen bei Kindern. (2)
Gift und Tiere in der Schokolade
Die Herstellung
Auf dem Hof des Bauern werden die geschnittenen Schoten gehäuft und fermentiert. Während dieses 3 bis 8 Tage dauernden Prozesses wird der Kakao durch Insekten, Nagetiere und andere Tiere verunreinigt. Da eine Reinigung zu aufwendig wäre, lässt die Weltgesundheitsorganisation diese Unreinheiten einfach zu. Bis zu 120 Insektenteile oder zwei Haare von Nagetieren pro Tasse sind erlaubt. Sichtbare oder feste Tierausscheidungen dürfen 10 mg pro Pfund nicht überschreiten. Bei Kakaopulver dürfen nicht mehr als 75 Insektenteile in drei Esslöffel des Pulvers enthalten sein! (3) Damit aber nicht genug. Die durch die Vergärung gestiegene Temperatur fördert die Entwicklung von Bakterien und Schimmelpilzen. Grosse Mengen von Aflatoxinen, die krebserregenden Stoffe des Schimmelpilzes, können dabei entstehen. Auch vor Verderb und Insektenfrass müssen die empfindlichen Bohnen geschützt werden, was durch chemische Hilfsmittel geschieht. Die Lagerplätze werden mit Tetralinseife besprengt und die Bohnen selbst mit hochgiftigen Chemikalien wie Blausäure, Ethylenoxid oder Methylbromid begast. Dazu kommen noch Rückstände von Kadmium und Pflanzenschutzmitteln. (4) Nach der Vergärung wird der Kakao an der Sonne oder im Ofen getrocknet und zum Schokoladenhersteller verschifft, wo er geröstet und zu Kakaobutter vermahlen wird. Dabei vervielfachen sich noch die Verunreinigungen durch Bakterien.
Weshalb der Ayurveda Schokolade in die Kategorie der Erscheinungsweise der Unwissenheit einordnet, dürfte nun klar sein.
Weisser Zucker und schwarze Zusatzstoffe
Der bittere und unangenehme Geschmack der puren Kakaobutter ist eigentlich ein Warnzeichen, dass sich im Mund etwas Schädliches befindet. Die schädlichen Wirkstoffe mit Zucker zu übertönen, beseitigt nicht ihre negativen Wirkungen. Um Schokolade schmackhaft zu machen ist eine grosse Menge Zucker erforderlich. Der weisse Fabrikzucker ist sogar zum Hauptbestandteil in den käuflichen Kakaoprodukten geworden. Bis zu 97% (!) Zucker enthalten die bei Kindern besonders beliebten Instantpulver, die von der Werbung als vermeintliche Fitmacher angepriesen werden. Schokolade selbst besteht immer noch zu mehr als der Hälfte aus dem Vitamin-B-Räuber, Fabrikzucker. Um die unangenehme körnige Konsistenz der Schokolade zu beseitigen, müssen ihr Öle beigegeben werden. Die leeren Kalorien von Fetten und Zucker führen zu einer Gewichtszunahme, die Wirkung von Kakao und Schokolade selbst wird dadurch alles andere als verbessert. Schaumstoffe und andere Zusätze werden der Schokolade beigemischt, damit sich Zucker und Fett nicht an ihrer Oberfläche absetzen und damit die Fette nicht ranzig werden, was normalerweise nach 6 bis 12 Wochen geschehen würde. (5)
Sucht der Schokoladendeal: Opiate für alle
Wir haben eine Vielzahl von Gründen, Kakao und Schokolade als Nahrungsmittel vollends abzulehnen, genannt. Nun stellt sich eigentlich noch die Frage, wie Schokolade überhaupt so beliebt werden konnte. Allein in Deutschland wurden 1992 über 500'000 Tonnen Schokolade und Schokoladenerzeugnisse hergestellt. Dies bracht 5,6 Milliarden Mark in die Kassen der alteingesessenen Schokoladenkonzerne, welche finanziell die süsse und sozial akzeptierte Naschsucht von Millionen Bundesbürgern auszunutzen scheinen. Stoffe wie Koffein, Theobromin, Serotonin und die bei der Fermentation entstehenden biogenen Amine und Opiate heben die Stimmung und sorgen für scheinbares psychisches Gleichgewicht aber nur wenn man weiter Schokolade isst. Schokolade ist zum kümmerlichen Liebeserzatz bzw. Mittel zum Persönlichkeits-Design geworden. Ein Vertreter des Nahrungsmittelkonzerns Nestle bemerkt zutreffend: «Ein opportunistischer Nahrungsmittelhersteller könnte versuchen, Märkte zu erobern, indem er dem Opiatgehalt seiner Produkte Beachtung schenkt.» (6)
Karob: Die gesunde Alternative
Trotzdem können Schokoladenliebhaber aufatmen. Es gibt einen gesunden Ersatz: Karob oder Johannesbrot. Benannt nach Johannes dem Täufer, der von diesem Baum «Akrides» und nicht, wie fälschlicherweise angenommen, Heuschrecken ass, gehört der Johannesbrotbaum zu den Hülsenfrüchten. Er bringt lange Schoten hervor, die getrocknet und ohne die harten Samen frei zu Karobmehl vermahlen werden. In biblischer Zeit schätze man Karob sehr. Die Samen wurden als Zahlungsmittel benutzt und die Juweliere der heutigen Zeit geben das Gewicht von Edelsteinen oder metallen noch immer in «Karat» an, was sich vom griechischen «Keraton» Johannesbrotbohnen herleitet.
Das braune Karobpulver ähnelt im Geschmack Kakao, ist aber nicht bitter und zudem fettärmer und frei von Reizstoffen, die beim Röstvorgang der Kakaobohne entstehen, was für bessere Bekömmlichkeit sorgt. Ausserdem enthält Carob einige Vitamine der B-Gruppe, Mineralien (Kalium, Magnesium, Kalzium), sowie Spurenelemente (Eisen, Mangan, Chrom, Kupfer, Nickel). Das ebenfalls im Karob vorkommende Pektin besitzt eine heilende Wirkung bei Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Ein Teelöffel Karob auf eine Tasse Wasser eingenommen, beruhigt den Magen und hilft, Gifte im Darm aufzusaugen und aus dem Körper auszuscheiden. Ein weiterer Faserstoff, Lignin, wirkt cholesterinsenkend. (7) Karob ist das Ausgangsprodukt für eine breite Palette von süssen Leckereien, die vor allem im Naturkosthandel angeboten werden, z.B. verschiedener Karobschokoladen. Auch im Haushalt kann Karob auf vielfältige Weise zur Herstellung von Milchshakes, Quarkspeisen, Puddings, Gebäck und Süssigkeiten verwendet werden. Wegen seines hohen Anteils an natürlichem, fruchteigenem Zucker (46%) müssen Süssspeisen mit Karob nicht eigens gesüsst werden.
Literaturnachweis:
1. Furtmayr-Schuh, Annelies: Postmoderne Ernährung, S. 75
2. Thrash, Agatha: Der süsse (Alp-) Traum, S. 1 und 2
3. dito: S.5
4. Binder, Franz u. Wahler, Josef: Handbuch der gesunden Ernährung, S.164f.
5. Thrash, Agatha: Der süsse (Alp-) Traum, S.4
6. Witherly, S. in: Solms, J.: Food Acceptance and Nutrition/; S. 403
7. Thrash, Agatha: Der süsse (Alp-)Traum, S.7