hier eine stellungnahme der toni ag, die an marc lüllmann ging.
Dienstag, 17. November 1998
Toni AG
Sparte Kase
Dr. Walter Bisig, Leiter F+E / QS
Wankdorffeldstrasse 66
Postfach 701
CH-3000 Bern 22
Tel. 031 340 25 22
Sehr geehrter Herr Lüllmann,
Wie telefonisch besprochen, haben wir abgeklärt, welche Käse bei uns ohne
tierisches Lab hergestellt werden.
Ohne Lab werden hergestellt:
* Glarner Kräuterkase (Schabziger)
Mit einem Labersatzstoff (nicht GVO) fabrizieren wir auch einen Käse als
Halbfabrikat fur die Schmelzkäse-Herstellung. Dieser gelangt jedoch nicht
direkt in den Verkauf.
Die Toni Gruppe, wie auch die meisten übrigen Schweizer Käsehersteller, hat
sich bewusst fur den Einsatz von Lab entschieden, das aus Kälbermägen
hergestellt wird. Das Lab stellt einen Extrakt aus den Kälbermägen dar, es
ist kein tierisches Gewebe mehr vorhanden.
Der Grund fur diesen Entschluss ist, dass wir Käse als Naturprodukt
herstellen wollen und daher das natürliche Labferment einsetzen. Obwohl wir
fur natürliches Lab höhere Preise bezahlen müssen, entschieden wir uns gegen
mikrobiell hergestelltes Lab. Dieses wird durch gentechnisch veränderte
Mikroorganismen hergestellt (GVO).
Es gibt Labersatzstoffe, die durch natürliche Mikroorganismen hergestellt
werden, doch ist mit diesen Labersatzstoffen für uns die Käsequalität nicht
zufriedenstellend. Daher setzten wir auch diese nicht ein, bzw. nur für den
oben erwähnten Käse als Basis fur die Schmelzkäse-Herstellung.
Im amerikanischen und englischen Markt werden Käse mit mikrobiell
hergestelltem Lab (GVO) oder in kleinem Masse allenfalls mit
Labersatzstoffen hergestellt als vegetarisch deklariert. Zum Beispiel wird
in den USA für 90% der Käse mikrobiell hergestelltes Lab verwendet, v.a.
aus Kostengründen und weil von den amerikanischen Konsumenten Gentechnik als
positiv gesehen wird. Zusatzlich kann der Käse als vegetarisch bezeichnet
werden.
Für die Käseherstellung werden sehr kleine Mengen an Labextrakt verwendet,
ca. 30 g pro 100 kg verkaste Milch. Das ergibt ca. 10 kg Käse. Ein bedeutender
Teil des Labs geht mit der Molke weg, nur ein Teil bleibt im Kase.
Labextrakt wird wie oben erwähnt aus Kälbermägen extrahiert. Der Labextrakt
enthält zudem Wasser und Kochsalz, damit die Labmenge besser dosiert werden
kann. Kochsalz dient der Haltbarmachung des Labextraktes. Die zugegebene
eigentliche Labferment-Menge ist also sehr gering.
Die Kälber werden nicht wegen der Gewinnung des Labes geschlachtet. Das
Kälberlab fällt als Nebenprodukt an. Es wird zudem aus den Mägen extrahiert
und gereinigt.
Wie Sie bereits von Coop oder Migros aufmerksam gemacht wurden, sind unsere
Produkte auch bei diesen beiden Ladenketten zu finden, teilweise als
Eigenmarke der Ladenkette. So ist z.B. Raclette-Käse oft aus unseren
Käsereien, teilweise Gruyère, Emmentaler und Tilsiter und neu auch ein
preiswerter Käse mit Emmentaler-Lochung, in der Migros als Swissdamer unter
M-Budget zu finden.
Wir hoffen, Ihnen mit diesen Angaben zu dienen. Wir bedanken uns für Ihr
Interesse an unseren Produkten und würden uns freuen, Sie trotz dem Einsatz
von naturlichem Kälbermagenlab zu unseren Konsumenten zählen zu dürfen.
Mit freundlichen Grüssen
TONI AG, Sparte Käse
Dr. W. Bisig
rolfs vegi-seiten übernimmt keine haftung für die 100%ige richtigkeit der angaben der hersteller.