marathon

Marathon ist eine Königdisziplin des Laufsports. Der Marathonlauf führt über eine Strecke von 42,195 Kilometer. Es ist die längste olympische Laufdisziplin in der Leichtathletik. Der Weltrekord lag lange bei etwas mehr als 2 Stunden, ein durchschnittlicher Marathon-Läufer braucht aber etwa 4 Stunden und 21 Minunten. 2026 fiel nun endlich die 2-Stunden-Hürde und Sabastian Sawe lief in London mit 1:59:30 ins Ziel.

Die sechs großen und schönsten Läufe der Welt, auch Marathon-Majors genannt, sind: New York, Boston, Chicago, London, Berlin, Tokyo. Hier nehmen jeweils bis zu 50’000 Menschen teil. Zur Zeit werden noch weitere Kandidaten aufgenommen: Sydney (Australien) und Kapstadt/Cape Town (Südafrika) sind neu dabei, Shanghai (China) ist noch in Abklärung. Diese Läufe werden von Abbott bestimmt und es gibt für Finisher von allen sechs (bzw. in Zukunft neun) eine besonders begehrte Medaille. Es existieren aber auch weitere wichtige und interessante Rennen, wie z.B. der «Authentic Marathon» in Athen (Griechenland), der von der namensgebenden Stadt Marathon nach Athen führt.

Marathons sind richtige Happenings, die Millionen von Zuschauern anziehen. Gewisse sind auch Wohltätigkeitsveranstaltungen, wie z.B. der Marathon in London (größter Charity-Anlass in Europa), bei dem die Läufer für wohltätige Zwecke mindestens 2000 €/CHF/$/£ sammeln. Dies dazu kommt noch das Startgeld.

Neben den «flachen» Läufen gibt es auch extremere Marathons (Bergmarathons) oder Funläufe (kulinarische Marathons wie der Marathon du Vignoble d’Alsace). Gemeinsam ist nur die Gesamtdistanz von 42,2 km.

Gerade die Major-Marathons haben mittlerweile Wartelisten von 20’000 Läufern und mehr (allen voran Boston). Wenn man nicht ein sehr gut trainierter Sportler ist und keine Qualifikationszeiten vorlegen kann, gibt es normalerweise nur folgende Optionen für die Teilnahme:
Lotterie: Die Chancen sind klein, und es kann Jahre dauern, bis man gewinnt – und man gewinnt nur das Teilnahmerecht. Das Startgeld selbst (normalerweise um 150 €/CHF/$/£) wird in Fall eines Gewinns gleich abgebucht.
Reiseveranstalter (tour operator): Meist teure All-inclusive-Deals mit Flug und wenigen Nächsten in den teuersten Hotels in den entsprechenden Städten. Und häufig auch ausgebucht. Tipp: auf die Warteliste setzen lassen.
Charity: Laufe für einen guten Zweck – und zahle dafür großzügig! Je nach Marathon ist man mit 1000 bis 2000 Euro mit dabei. In Boston liegen die Spendenbeiträge im hohen vierstelligen Bereich.

Ich wünsche einen guten Lauf!

Da laufen sie … zu Tausenden.

Ein Marathon führt häufig an interessanten Stellen, z.B. über Brücken, die normalerweise nicht für Fußgänger bestimmt sind.

Ein paar Worte zu «meinen» Marathons:

New York

Mein erster. Viele Jahre an der Verlosung mitgemacht. Nach mindestens fünf Jahren liessen sie mich dann gewinnen. New York gehört zu den absolut besten Marathons auf der Welt – wenn es nicht der allerbeste ist, wie auch häufig gesagt wird. Für die Locals ist das einer der Haupt-Outdoor-Events des Jahres, entsprechend viele Leute befinden sich im Publikum. Und das Publikum sorgt für Stimmung! Der Marathon führt durch alle fünf Stadtteile von NYC und endet im Central Park.

athen

«Der authentische» wird er genannt, da die Strecke vom namensgebenden Ort Marathon bis nach Athen führt. Natürlich nicht über die kürzeste Strecke, sondern über die Hauptstraße, die die entsprechende Kapazität bietet. In Marathon kann man vor dem Lauf auch noch Nike (Νίκη του Μαραθώνα), der Göttin des Siegs und Namensgeberin des Sportartikelherstellers, einen Besuch abstatten. Die Strecke steigt v.a. zwischen Kilometer 18 und 32 an, dafür gehts danach den Berg runter nach Athen, wo man schließlich im weiß marmorierten Panathinaiko-Stadion über die Ziellinie läuft.

berlin

Berlin gilt als einer der «schnellen Marathons», da er fast keine Steigung aufweist. Die Strecke führt vorbei an der Siegessäule, dem Reichstag und durchquert abwechslungsreiche Berliner Stadtteile wie Kreuzberg und Schöneberg. Der weltberühmte Zieleinlauf führt die Athleten direkt durch das Brandenburger Tor auf die Zielgerade.

london

Kein Wunder, das auf dieser Strecke der Weltrekord gelaufen wurde, denn gleich nach dem Start in Greenwich geht es den Hügel runter, da kann man etwas Tempo machen. Auf dem Weg kommt man am Cutty Sark (einem Schiff, das heute ein Museum ist) vorbei, bei Meile 12 überquert man die Tower Bridge. Der Zieleinlauf ist dann kurz nach dem Buckingham-Palast. Auch mein persönlicher Rekord habe ich in London aufgestellt. Der Londoner Marathon ist zudem Europas größte Benefizveranstaltung; hier rennen die meisten Läufer für eine Wohltätigkeitsorganisation.

zürich

Mein «Heim-Marathon». Ein sehr flacher Marathon, die Strecke ist wenig spektakulär und führt dem Zürichsee entlang nach Meilen und vor dort wieder auf derselben Straße zurück in die City von Zürich. Auf der Strecke begegnet man irgendwann dem Spitzenfeld.

oslo

Ein anstrengender Lauf. Man rennt zwei Runden, und jede davon hat zwei Anstiege und entsprechende Abstiege, die entsprechend in die Beine gehen können. Ich war noch nie so kaputt nach einem Marathon. Die Medaille ist aus dem 3D-Drucker und macht nicht gerade einen großartigen Eindruck.

chicago

Einer der drei Abbott-Majors in Amerika (nebest Boston und New York). Wie beim New Yorker findet man auch hier ein begeistertes Publikum vor, das deinen Namen ruft und dich anfeuert. Beim Warten am Morgen vor dem Start kann ein eisiger Wind vom Lake Michigan her wehen. Eine abwechslungsreiche Strecke führt an unterschiedlichen Quartieren vorbei, wie z.B. Chinatown.

tokyo

Tokyo (deutsche Schreibeweise: Tokio) ist definitiv eines der weltweiten Highlights. Wie beim Londoner Marathon gehts auch beim 東京マラソン (Tōkyō Marason) zuerst mal etwas leicht runter. Wie in Japan üblich ist alles top organisiert und die Strecke sehr sauber. Etwa 10’000 freiwillige Helfer sorgen für ein perfektes Drumherum. Die Medaille selbst ist kleiner als die andern, aber dafür erhält man unendlich viel Goodies geschenkt.

jungfrau

Ein Bergmarathon mit 1953 Höhenmetern. Die 4000 Startplätze sind meist schnell ausverkauft. «Der schönste Marathon der Welt» (Selbstbezeichnung) führt von Interlaken hoch bis zur Station Eigergletscher. Der erste Teil bis Lauterbrunnen ist eher flach, danach gehts rauf, an «The Wall» vorbei. Ein paar Kilometer nach Wengen kommt dann die erhabene Aussicht auf die weltbekannten Berge Eiger, Mönch und Jungfrau. Wenn man nicht zu den Schnellsten gehört, wandert man am Schluss ab Wixi in Einerkolonne auf einem schmalen Bergwerg dem roten Teppich entgegen.